Ein kleiner Exkurs in die Anatomie des Hundes.

Die Hundepfote:

Die Vorderpfoten des Hundes sind grundsätzlich größer als die Hinterpfoten, da sie ein größeres Gewicht zu tragen haben. Größere Hunderassen haben größere Pfoten als kleinere Hunderassen. Die Hundepfote dient als Stoßdämpfer, Duftverbreiter ( Duftdrüsen) und der Fortbewegung.

Die Vorderpfote besitzt 5 Zehen mit 5 Krallen und besteht aus Fusswurzelballen (die kleineren 4 Ballen an der “Pfotenspitze”), Sohlenballen (der dicke Laufballen) und dem Zehenballen. Der Zehenballen ist ein kleiner Ballen an der Rückseite.

Die Hinterpfote besteht ebenso aus 5 Zehen mit Krallen und verfügt über den selben Ballenaufbau.  Es gibt hier jedoch einen kleinen Unterschied in der Bezeichnung. Die Ballen der Vorderläufe nennen sich Karpalballen und Die der Hinterläufe Tarsalballen.

Am Hinterlauf nennt sich die 5te Zehe an der Innenseite des Laufs “Afterkralle”. Sie ist mit dem Daumen der menschlichen Hand vergleichbar. Da in einigen Rassestandarts eine Afterkralle (auch Wolfsklaue genannt) unerwünscht ist, wird sie bei einigen Hunden entfernt. Ansich hat die Afterkralle keinen direkten Nutzen mehr für den Hund und ist somit bei einigen Verwendungen nicht gern gesehen. Das Verletzungsrisiko ist einigen Hundehaltern zu groß.

Bei anderen Hunderassen (z.B. dem Beauceron) ist eine Afterkralle vorgeschrieben.

Bei manchen Hunden kommt es zu Ausbildung einer zweiten Afterkralle am selben Lauf. Diese zweite Afterkralle ist bei der Rasse Briard vorgeschrieben.

 

Wenn der Hund seine Geschwindigkeit verringern will bremst er zu großen Teilen über die Vorderläufe, wodurch Diese einer großen Belastung ausgesetzt sind. Hier liegt die größte Belastung auf den Fusswurzelballen.

Erste Hilfe Schnittverletzung:

Es kommt immer wieder vor, dass sich ein Hund beim Spaziergang oder während des Tobens die Pfote aufschneidet. Ob am Strand, am Baggersee oder im heimischen Wald , die Gefahr einer Schnittverletzung ist für einen Hund immer gegeben. Meist sind dafür rücksichtslose Mitmenschen verantwortlich die Glasscherben an diesen Orten zurücklassen.

Behandlung der Schnittverletzung:

1. Spülen der Verletzung mit klarem Wasser

2. Kleine Verletzungen können mit Jod versorgt werden

3. Größere Verletzungen mit einer Wundkompresse bedecken

4. Um die Wundkompresse herum Verbandswatte wickeln (Dient als Polster für die Wunde). Sollte keine Verbandswatte vorhanden sein ist auch eine mehrfach gefaltete Mullbinde hilfreich. Die Gefaltete Mullbinde locker um die Wundkompresse legen.

Das Polster (Verbandwatte / gefaltete Mullbinde) auch zwischen Zehen, Krallen und um die hintere 5te Kralle legen.

5. Um das Polster wird nun ein Fixierverband gelegt. Der Fixierverband soll die Wundkompresse über der Wunde fixieren. Dazu eignen sich vorallem selbstfixierende Verbände. Eine einfache Mullbinde lässt sich jedoch auch relativ schnell als Fixierverband einsetzen. Die Pfote sollte damit gewickelt werden bis der nötige Halt vorhanden ist. Das Ende der Mullbinde mittig einreissen und um die Pfote verknoten. Dabei sollte der Knoten nicht direkt auf der Wunde liegen.

Der Verband soll halten, jedoch nicht zu stramm sein. Das sollte unbedingt geprüft werden.

6. Der Tierarzt sollte unbedingt und schnellstmöglich kontaktiert und aufgesucht werden.

 

Da es auch Schnittverletzungen gibt, die eine arterielle Verletzung mit sich ziehen werde ich in naher Zukunft über das Anlegen eines Druckverbandes bei Hunden schreiben.

Artikel zum Anlegen eines Druckverbandes

 

Probleme der Pfoten im Winter / Eis zwischen den Zehen:

Einige Hunde haben starke Probleme mit Eisbildung zwischen den Zehen der Pfote. Die Hunde fangen bei zunehmendem Eis an zu humpeln.

Der natürliche Schutz des Hundes ggü. dieser Eisbildung ist das Haarkleid zwischen den Zehen. Das Haarkleid schützt die Pfoten vor der Kälte und gibt halt auf Schnee und Eis.

Man kann den Hund im Winter unterstützen indem man das Fell zwischen den Zehen mit Vaseline salbt, oder mit Ölen einölt. Durch Vaseline oder Öl haftet weniger Wasser an den Haaren was zu einer geringeren Eisanhaftung führt.

Man darf auf keinen Fall das Haarkleid entfernen. Dadurch riskiert man Erfrierungen an den Pfoten.

Bei starken Problemen mit vereistem Haarkleid an den Pfoten sollte man über die Anschaffung von Hundeschuhen nachdenken. Für wenig Geld erhält man gute Ware. Gerade bei Schlittenhunderennen kann man immer wieder beobachten, dass viele Hunde Schuhwerk tragen.

Tags: , , ,

1 Kommentar on Anatomie Hundepfote – Erste Hilfe Tipps

  1. [...] Hilfe Tipps – Druckverband Wie bereits im Artikel Anatomie der Hundepfote – Erste Hilfe Tipps beschrieben, wollte ich noch einmal eine kleine Checkliste zum Anlegen eines Druckverbandes beim [...]

Hinterlasse eine Antwort